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Ökonomie: Rent Seeking

Das Konzept des Rent Seeking ist ein zentraler Bestandteil der Public Choice, die James Buchanan und Gordon Tullock gemeinsam entwickelt haben. Die wohl beste Definition dessen, was mit Rent Seeking gemeint ist, findet sich im Buch “The Rent Seeking Society” von Gordon Tullock: “This brings me to my defintion of rent seeking. Instead of attempting ...

BWL: Mitarbeiterzufriedenheit / Arbeitszufriedenheit

Eine beeindruckende Zahl von deutschen Publikationen widmet sich dem Konzept der Mitarbeiterzufriedenheit.[1] Das große Interesse an der Zufriedenheit der Mitarbeiter wird aus einer Reihe von Wohltaten gespeist, die vom zufriedenen Mitarbeiter ausgehen, darunter geringere Fehlzeiten und Produktionskosten,[2] ein höheres „organizational commitment“,[3] höhere Kundenzufriedenheit[4] und höhere Effizienz im Unternehmen.[5] Gerade in Zeiten, in denen ein intensiver ...

Kriminologie: Delinquentes Verhalten ist erlerntes Verhalten

Die Frage, warum sich Menschen kriminell (delinquent) verhalten, beschäftigt Sozialwissenschaftler seit Jahrhunderten. Eine der Antworten, die – obwohl schon mehrere Jahrzehnte alt – immer noch aktuell ist, ist die Theorie der Differentiellen Assoziation von Edwin Sutherland. Sutherland ist der Ansicht, dass delinquentes Verhalten erlerntes Verhalten ist. Seine Lerntheorie des delinquenten Verhaltens fasst er in neun ...

Taguieff: Rassismus als Ideologie

In der “Macht des Vorurteils” entwickelt Pierre-André Taguieff u.a. eine detaillierte Konzeptionalisierung von Rassismus, u.a. als Ideologie. In Zeiten, in denen jeder das Wort “Rassismus” im Mund führt, und nur die wenigsten genau angeben können, was sie mit Rassismus eigentlich meinen, ist es sinnvoll, an die Bedeutung eines wissenschaftlichen Konzepts zu erinnern, das in keiner Weise ...

Ökonomie, Soziologie: Transaktion

Für Oliver Williamson ist eine Transaktion eine Aktivität, bei der eine Schnittstelle überschritten wird: “A transaction occurs, when a good or service is transferred across a technologically separable interface. One stage of activity terminates and another begins”, so schreibt er kurz und knapp. Für Soziologen ist die Welt seit jeher komplizierter als dies für Ökonomen ...

Logik: Argumentum ad verecundiam

Leider werden auch in der Wissenschaft Versuche immer häufiger, wissenschaftliche Ergebnisse nicht mit Argumenten und empirischen Belegen zu kritisieren, sondern mit Fehlschlüssen und rethorischen Tricks zu bekämpfen. Besonderer Beliebtheit erfreut sich dabei das Argumentum ad verecundiam, das an die Ehrfurcht vor Autoritäten oder angeblichen Autoritäten appelliert, und dessen Nutzer auf diese Weise hofft, darüber hinwegtäuschen ...

Soziologie: Die normative Konstruktion von Gesellschaft

Einer der soziologischen Klassiker, die zwischenzeitlich fast vollständig in Vergessenheit geraten sind, ist Heinrich Popitz. Zu den Klassikern, die Popitz im Verlauf seiner soziologischen Schaffensperiode verfasst hat, gehört das kleine Brevier “Die normative Konstruktion von Gesellschaft”. Darin stellt er drei Prinzipien auf, die in jeder Gesellschaft vorhanden sind und somit universelle Grundlagen der normativen Konstruktion ...

Soziologie: Handlungsgründe

Soziologie als Wissenschaft, deren Gegenstand soziale Fakten ist, ist mit menschlichem Handeln als Nukleus und menschlicher Interaktion als Prozess, der letztlich zur Produktion sozialer Fakten führt, konfrontiert. Damit stehen die Bestimmungsgründe des menschlichen Handelns im Zentrum des soziologischen Interesses und diese Bestimmungsgründe hat Max Weber wie folgt zusammengestellt: “Wie jedes Handeln kann auch das soziale ...

Politikwissenschaft: Parteienfinanzierung

„Die Parteienfinanzierung in den konsolidierten liberalen Demokratien“, so schreibt Helms, „kennt viele Formen. … Dem deutschen Modell wurde attestiert, dass es die schlechteste beider Welten kumuliere: ‚großzügige Steuerbegünstigungen wie in Amerika kombiniert mit öffentlicher Finanzierung wie in den kontinentaleuropäischen Ländern“ (von Beyme 2002, 51). Entsprechend hoch sind die Einkünfte der deutschen Parteien im internationalen Vergleich“ ...

Risiko und Unsicherheit

Die Begriffe Risiko und Unsicherheit sind Bestandteil der Alltagssprache. Als wissenschaftliche Begriffe haben sie jedoch eine Bedeutung, die häufig von der Alltagsbedeutung abweicht. Risiko kann in einer ersten Näherung damit qualifiziert werden, dass es mit negativen Folgen verbunden ist: „…risk is technically defined as the possibility of suffering harm from hazard“ (Cohrssen & Covello, 1999, ...