Induktion, Einführung in die Wissenschaftstheorie, | Ghostwriter-24, Ghostwriter, Akademischer Ghostwriter, Akademisches Ghostwriting

Wissenschaftstheorie: Induktionsschluss

Die Frage, wie man allgemeine Gesetze in den Wissenschaften aufstellen kann, kommt manchen trivial vor. Man beobachtet die Natur, sucht nach Regelmäßigkeiten und verallgemeinert die gefundenen Regelmäßigkeiten zu einem Gesetz. Dieses induktive Vorgehen, das mit der Aufklärung und in der Folge der Arbeiten von Francis Bacon in Mode kam, hat jedoch einige Probleme. Logisch betrachtet handelt es sich um einen gehaltserweiternden Schluss.

Das beste Beispiel dafür, woring die Probleme eines gehaltserweiternden Schlusses bestehen, ist nach wie vor Russells Truthahn, der sich über Zeit daran gewöhnt, immer um die gleiche Zeit gefüttert zu werden. Die Regelmäßigkeit, die das Zusammentreffen von Zeit und Fütterung auszeichnet, wird vom Truthahn zu einem Gesetz verdichtet, das sich am Weihnachtstag als falsch erweist: Statt einer Fütterung wartet das Schlachtmesser.

“Induktion”, so schreibt Helmut Seiffert in seiner Einführung in die Wissenschaftstheorie, “heißt also: das Schließen von Einzelfällen auf allgemeingültige Sätze. ‘Wenn alle Dreiecke, die ich gemessen habe, eine Winkelsumme von 180 Grad zeigen, dann werden wohl alle Dreiecke überhaupt diese Winkelsumme besitzen’ – so würde unser induktiver Schluss lauten.

Im Gegensatz zu den deduktiven Schlüssen der Mathematik und der formalen Logik sind nun aber solche induktiven Schlüsse immer unsicher. Denn solange wir nicht jeden Einzelfall überprüft haben, müssen wir immer damit rechnen, dass es Einzelfälle gibt, bei denen sich unser Satz nicht bestätigt.

Es ist aber ausgeschlossen, alle Einzelfälle zu überprüfen. Das zeigt bereits das Beispiel der Dreiecke sehr schön: Unmöglich können uns alle Dreiecke der Erfahrungswelt zugänglich sein. Und selbst wenn das der Fall wäre – die Dreiecke, die früher einmal bestanden haben und jetzt vernichtet sind, oder die Dreiecke, die künftig bestehen werden, könnten wir unter keinen Umständen in unsere Überprüfung mit einbeziehen. (Seiffert, Einführung in die Wissenschaftstheorie 1, S.154-155).