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Demographie: Staatliche Regelungen verusachen Geburtenrückgang

Die Frage nach den Ursachen eines Geburtenrückgangs und die Frage nach der Wirksamkeit staatlicher Anreize mit dem Ziel, die Geburtenhäufigkeit zu erhöhen, sind nicht neu. Sie wurden schon früh gestellt, und was wenigen bekannt ist, in der 1936 veröffentlichten Arbeit der emigrierten Frankfurter Schule, “Studien über Autorität und Familie”, die Max Horkheimer, Erich Fromm und Herbert Marcuse herausgegeben wurde, findet sich ein Beitrag von Andries Sternheim, der sich genau mit der Frage dieses Zusammenhangs befasst:

quote“Der Rückgang der Geburtenkurve hat die ökonomischen und sozialpolitischen Massnahmen des Staates zur Aufrechterhaltung der Famlie verschärft. Diese Massnahmen haben je nach der gesamtgesellschaftlichen Situation in den letzten Jahrezehnten vielfach gewechselt; … Der Druck der Sozialpolitik auf die Familiengestaltung führt zu der Frage, inwiefern durch die ökonomische Funktion der Familie als Versicherung die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern entscheidend bestimmt werden. Dort, wo kein Vermögen vorhanden beziehungsweise das Einkommen nicht so gross ist, dass die Familie den durch Alter, Krankheit, Invalidität usw. eintretenden Ausfall ersetzen kann, werden die Kinder weitgehend als eine Art von Versicherung in solchen Fällen betrachtet werden. Selbst bei verhältnismässig geringem Verdienst der Kinder wird die grosse Kinderzahl es möglich machen, diese Funktion zu erfüllen; in Epochen grosser struktureller Arbeitslosigkeit mag noch die Erwägung mitsprechen, dass immerhin die Kinder leichter Arbeit finden werden als die Alten. Solche Motive könnten sehr wohl dazu beitragen, auch und gerade unter schweren Existenzbedingungen eine grössere Kinderzahl zu stipulieren. Wenn hingegen der Staat oder andere Körperschaften Alters- und Invaliditätsversicherung zahlen, wird diese ökonomische Funktion der Kinder aufgehoben beziehungsweise stark eingeschränkt. Mehrere Untersuchungen haben sich mit solchem Einfluss der Versicherungspolitik auf die Bevölkerungsbewegung beschäftigt (so eine in Genf gemachte Erhebung von Ferenczi), und es besteht die Vermutung, dass die verschiedenen Arten von Alters- und Invaliditätsversicherungen zu einer Verminderung der Geburtenzahl in den Arbeiterfamilien beitragen könne.